Versandziel Norwegen

Standardlaufzeiten und Abwicklung der Zustellung:
Pakete oder Päckchen nach Norwegen haben normalerweise eine Laufzeit von sieben bis acht Tagen, die beim teureren Express-Versand mit vier bis fünf Tagen etwas kürzer ausfällt. Unabhängig vom Versandtarif müssen Sie für Ihr Paket die gültigen Zollformalitäten berücksichtigen und eine Zollinhaltserklärung ausfüllen.

Versandvorbereitungen:
Für eine schnelle Zustellung ist eine korrekte Beschriftung des Pakets unabdingbar:
– Name des Empfängers
– Straße und Hausnummer
– Postleitzahl und Bestimmungsort
– Bestimmungsland

Als Bestimmungsland sollten Sie entweder NORWEGEN/NORWAY oder NORWEGEN/ NORVÈGE auf das Paket schreiben. Beide Varianten kommen der Vorgabe nach, dass das Bestimmungsland in zwei international geläufigen Sprachen, Deutsch plus Englisch oder Französisch, angegeben werden soll.

Zollerklärung Norwegen:
Norwegen gehört nicht zur Europäischen Union. Da das Land aber ein Mitglied der „European Free Trade Association“ (EFTA) und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ist, fallen beim Versand von Geschenksendungen mit einem Wert von unter 500 Euro die Zollabgaben weg. Liegt der Warenwert jedoch über 500 Euro oder handelt es sich um einen gewerblichen Versand, müssen Zollabgaben gezahlt werden.
Trotz des partiellen Wegfalls der Zollabgaben bleiben einige Zollformalitäten. So ist in jedem Fall eine Zollinhaltserklärung auszufüllen. Bei Päckchen (CN22) kann für diese Erklärung die deutsche, englische, skandinavische oder französische Sprache verwendet werden. Bei Paketen (CN23) besteht eine Auswahl zwischen Deutsch, Dänisch, Englisch, Französisch, Schwedisch und der Landessprache Norwegisch.
Weitere Zollformulare müssen Sie nur beim gewerblichen Versand nach Norwegen vorlegen. Allgemein wird eine Handelsrechnung in der deutschen, englischen, französischen oder norwegischen Sprache verlangt. Zudem besteht bei einem Warenwert von 1.000 Euro oder mehr die Notwendigkeit einer Ausfuhranmeldung sowie bei Waren aus der Europäischen Gemeinschaft der Bedarf nach einem Präferenznachweis. Für die Ausfuhranmeldung gelten folgende Vorgaben:
– ab 1.000 Euro Warenwert: Ausfuhranmeldung Blatt 1, 2, 3
– ab 3.000 Euro Warenwert: Ausfuhranmeldung Blatt 3 vorabgefertigt
– ab 6.000 Euro Warenwert: Ursprungserklärung
– über 6.000 Euro Warenwert: Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 oder EUR-MED

Beim gewerblichen Versand ist außerdem wichtig, dass, wenn es sich um private Empfänger in Norwegen handelt, deren Personalausweis- bzw. Identifikationsnummer angegeben werden muss.
Beachten müssen Sie allgemein, dass Ihr Paket weder Gefahr-, Sperr- oder Verbotsgut noch
Waffenverschlüsse oder Waffen (z. B. Schusswaffen, Schlagringe oder Messer mit einer Länge von mehr als 12 cm) enthält.
Im Falle von Unklarheiten oder Fragen kann der norwegische Zoll (Telefonnummer: +47 22/8603-00, Mail: tad@toll.no) oder die deutsche Zollbehörde (Telefon: 0351/44834-510 für Privatpersonen und 0351/44834-520 für Unternehmen) weiterhelfen. (Stand: Juli 2011)
Im Normalfall können Ihnen auch die beiden Botschaften Auskunft geben. Norwegen betreibt eine Botschaft in Berlin, die Ihnen zwei Kontaktmöglichkeiten bietet: die E-Mailadresse info@oslo.diplo.de und die Telefonnummer +47 23/2754-00. Auch an die deutsche Botschaft in Oslo können sie eine Mail schreiben (info@oslo.diplo.de) oder die Mitarbeiter unter der +47 23/2754-00 direkt anrufen. (Stand: Juli 2011)

Informationen über das ausländische Postunternehmen:
Die norwegische Post wurde im Januar 1647 gegründet, als der norwegische Gouverneur Hannibal Schested Hendrik Morian, einem Holländer, für die nächsten 20 Jahre die Verantwortung für die Verwaltung des Postwesens übertrug. Die Zustellung erfolgte zunächst auf vier, ab 1814 dann auf fünf Hauptstrecken, die jeweils vom Hauptsitz der Post in Oslo ausgingen. Bis 1827, als die norwegische Post zwei Dampfschiffe erwarb, waren die fünf Hauptstrecken die einzigen regelmäßigen Postverbindungen. Durch die Dampfschiffe wurde der Postversand ins Ausland deutlich erleichtert. In Norwegen gab es früher zusätzlich zu den Postämtern sogenannte “Postaapnere”, die dem Austausch von Briefen dienten und nebenamtlich von Kaufleuten, Lehrern und Landwirten betrieben wurden. Eine weitere Besonderheit bestand darin, dass die Königsfamilie keine Portogebühren bezahlen musste und auch Briefe in gemeindlichen und staatlichen Angelegenheiten ohne Porto verschickt werden konnten.
Heute befindet sich die norwegische Post, die „Posten Norge“, im Staatsbesitz. Mit mehr als 10.000 Beschäftigten ist die „Posten Norge“ der größte Arbeitsgeber Norwegens.

Länderbeschreibung:
Das Königreich Norwegen befindet sich auf der skandinavischen Halbinsel und nimmt die Westhälfte der Insel ein. Die Landesfläche von etwa 385.000 Quadratkilometern ist das Zuhause von knapp 4,9 Millionen Menschen. Die Einwohnerdichte beträgt nur circa 15 Einwohner auf einen Quadratkilometer. Im Umkreis der Hauptstadt Oslo lebt allein etwa eine Million Menschen. Allgemein wohnen ungefähr drei Viertel aller Einwohner in den größeren Städten. Immerhin annähernd 90 Prozent der Bevölkerung werden offiziell als Norweger gezählt, weil mindestens ein Elternteil in Norwegen geboren wurde.
Die Atlantikküste Norwegens ist etwa 25.000 Kilometer lang und wird durch viele schmale und tiefe Buchten gekennzeichnet. In der Nähe des Landes befinden sich ungefähr 150.000 Inseln. Die Landschaft Norwegens wird durch viele Gebirgsketten und Hochebenen geprägt. Das Klima ist an der Westküste durch den Golfstrom vorwiegend feucht und mild, im Winter ist es sogar zumeist eisfrei. Im Landesinneren ist das Klima eher kontinental mit wärmeren Sommern und kälteren Wintern sowie weniger Regen.