CKD – Completely Knocked Down

Die Abkürzung CKD steht bei dem Export von Waren für den englischen Ausdruck „Completely Knocked Down“ und beschreibt den vollkommen zerlegten Zustand einen Produktes in Einzelteile.
Wegen zollrechtlichen Bestimmungen und/oder hohen Einfuhrtarifen werden Waren nicht als Endprodukte versendet sondern in Einzelteile zerlegt. Im Bestimmungsland werden diese dann in ihre Endversion zusammengeführt und für den Vertrieb aufbereitet.

Diese Strategie wird häufig angewendet, wenn ein neuer Absatzmarkt erschlossen werden will und die Fertigung verlagert werden soll. Es wird begonnen vor Ort zunächst die Endmontage auf zu bauen und sukzessive andere Produktionsphasen nachrücken zu lassen. Ein zweiter wichtiger Aspekt für diese Strategie ist die vereinfachte Möglichkeit zum Eintritt in den Markt. In einigen Ländern müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden, wie ein bestimmter prozentualer Eigenproduktionsanteil am Endprodukt im Land selbst (Beispiel China).

Nach der Etablierung der Endfertigung im Vertriebsland kann die CKD-Strategie auf eine PKD- (Partly Knocked Down) oder eine SKD/MKD-Strategie herunter gefahren werden (Semi/Medium Knocked Down).

CKD am Beispiel Automobil:

Die Completely Knocked Down-Strategie ist prinzipiell für alle größeren Konsum- (Haushaltsgeräte) und Industriegüter (zum Beispiel Baukräne) anwendbar, wird jedoch hauptsächlich in der Automobilfertigung genutzt.

Die Zerlegung des Produktes in Einzelteile wird in die drei Zerlegungsgraden SKD/MKD; PKD und CKD differenziert.

CKD beschreibt die höchste Zerlegung des Fahrzeuges, das bedeutet, dass aus dem normalen Fertigungsablauf, die Karosserie und die entsprechenden Einzelteile entnommen werden und einzeln verpackt in das Zielland versendet werden. Dort angekommen, werden die Teile zusammengesetzt und je nach Auflagen des Landes um einen Eigenanteil ergänzt (Local Content).
Als SKD/MKD wird die Zerlegung in wenige Grundkomponenten, also einem geringeren Grad der Zerlegung bezeichnet. Das Fahrzeug ist getrennt in Karosserie (komplett), Motor/ Getriebe/ Vorderachse, Hinterachse und andere Einzelteile wie Auspuff, Räder und Rest.
Die PKD-Variante besteht aus 1.300 bis 1.700 verschiedenen Teilen und stellt somit einen weiter ausdifferenzierten Zerlegungsgrad dar. Die Karosserie zum Beispiel ist in diesem Fall nicht komplett sondern noch unausgestattet, jedoch schon lackiert.

Die einzelnen Komponenten werden in einem Zentrallager verpackt, von dort „just in time“ vom Logistikdienstleister abgeholt und in das Bestimmungsland eingeführt. Im Bestimmungsland wird die Lieferung einer Qualitätsstichprobe unterzogen, in das Endmontagewerk gebracht und zusammengesetzt.

Der wesentliche Vorteil der CKD-Fertigung ist das Umgehen der hohen Einfuhrzölle für Endprodukte (CBUs „Completely Built Units“). Außereuropäische Länder erheben teilweise Zölle, die 30-300 % des Warenwertes, um die Industrie und somit die Arbeitsplätze im eigenen Land zu schützen. Bei der Zerlegung der Ware nach CDK-Prinzip werden lediglich Zölle von 25 % des Warenwertes erhoben.

Als großer Nachteil bei der Wahl der CDK-Strategie ist die Problematik des Versands zu sehen. Die Teile müssen einzeln oder in Gruppen verpackt werden und verschickt werden. Fehlerhafte, beschädigte oder verlorene Ware kann den Fertigungsprozess im Bestimmungsland verzögern. Zudem muss beachtet werden, dass das Verpackungsmaterial mit in die Produktionskalkulation ein zu rechnen ist.