Veredelungsverkehr

Mit dem Begriff Veredelungsverkehr wird ein zollrechtliches Verfahren beschrieben, mit dem Produkte oder auch Rohstoffe aus dem Wirtschaftsraum exportiert werden, um sie im Anschluss im Ausland weiter zu verarbeiten oder zu veredeln. Nach dem Veredeln wird die Ware wieder in den Wirtschaftsraum eingeführt.

Der Veredelungsverkehr wird unter einigen recht speziellen zollrechtlichen Voraussetzungen durchgeführt. So werden bei der Einfuhr entweder gar keine Zölle mehr erhoben oder sie sind sehr gering. Dabei spielt es regelmäßig keine Rolle, ob die Waren nach der Wiedereinfuhr einen bedeutend höheren Wert haben.

Das klassische Beispiel für einen Veredelungsverkehr ist der Versand von Textilien in Ausland um sie dort zu Kleidung verarbeiten zu lassen. Das Material, welches exportiert wird, wird vollständig verarbeitet und kommt dann als neues Produkt wieder zurück in das Ursprungsland. Ein weiteres Beispiel ist die Krabbenveredelung. In der Nordsee gefangene Krabben werden recht häufig zum Pulen durch ganz Europa gefahren, um sie dann in billigeren Ländern pulen und damit veredeln zu lassen. Hierfür muss ein Zoll entrichtet werden. Der Wert der Ware, welche ausgeführt wurde, wird hier aber in aller Regel angerechnet.